... die aber immer wieder von vielen meiner Kunden gefordert werden. Was ich hier noch einmal aufgreifen möchte sind Dinge die mir fast täglich bei der Arbeit oder auf Webseiten begegnen; kleinere aber auch größere Dinge die im modernen Webdesign nicht mehr üblich sind. Dabei geht es weniger um Geschmacksfragen wie bunte Farben, grelle Kontraste oder ähnliches sondern um ganz praktische Dinge.

Auswahlbildschirme

Anstatt den Besucher gleich auf die eigene Website zu lassen, wird der Besucher zunächst mit einem Auswahlbildschirm konfrontiert. Hier muss er nun erst mal die verschiedenen Auswahlmöglichkeiten studieren, die ihm angeboten werden, zum Beispiel “Deutsch” oder “English”. Die Idee dahinter ist, dass der Benutzer sich auf diese Weise die für ihn optimale Version aussuchen kann. In der Realität von heute sieht es dagegen so aus, dass die meisten Benutzer einfach schlichtweg keine Lust haben derartige Entscheidungen zu treffen und vielmehr den Webdesigner in der Pflicht sehen ihnen diese Entscheidung abzunehmen. 

Intro-Seiten

Genauso wie mit Auswahlbildschirmen ist es auch mit Intro-Seiten. Wer in den 90ern etwas auf sich hielt, konnte mit einem spritzigen Intro aufwarten und seinen Besuchern zeigen, was für tolle Effekte sein Webdesigner auf den Bildschirm zaubern kann. Doch heutzutage gibt es kaum noch ein Intro, das man noch nicht gesehen hat, und Besucher sind weit mehr an Dingen interessiert, die ihnen einen konkreten Nutzen bieten. Und seien wir doch mal ehrlich, möchten Sie sich ein Werbespot angucken, bevor sie den Supermarkt betreten dürfen? 

Nichtsagende Startseiten

Viele Webdesigner setzen bewusst nur einen Willkommenstext auf ihre Startseite. Die Kernbotschaften der Website wie z.B.: Produkte, Leistungen, Philosophie werden stattdessen auf diversen Unterseiten versteckt. Heutzutage weiß man jedoch, dass Unterseiten im Gegensatz zur Startseite oft überhaupt gar nicht angeklickt werden. Es ist vielmehr so, dass Besucher schon auf der Startseite entscheiden, ob die Website für sie interessant ist oder eben nicht. Eine Startseite, die aber nur einen Willkommenstext enthält, bietet dem Besucher diese Möglichkeit nicht und so verlassen viele Besucher die Website wieder, ohne die Kernbotschaft überhaupt zur Kenntnis genommen zu haben. 

Musik, die sich nicht steuern lässt

Beim Aufrufen der Website wird Musik abgespielt, um den Besucher in die gewünschte Stimmung zu versetzen. Diese gut gemeinte Geste geht jedoch oft nach hinten los, da die meisten Besucher einfach nur auf der Suche nach Informationen sind und nicht auf Musik eingestellt sind oder sie einfach nicht hören wollen. Wer schon einmal in einer Unibibliothek im Internet war und vergessen hatte den Ton auszustellen, kennt diesen Effekt sicher nur zu gut. 

Als Grafik formatierte Anfahrt-Skizzen

Anstatt einfach eine interaktive Karte auf der Website einzubinden, wird eine aufwändige Grafik erstellt, die Besuchern den Weg zum Standort erklären soll. Heutzutage lohnt sich dieser Aufwand jedoch kaum mehr, da die Benutzer mit Anbietern von interaktiven Karten wie Google Maps bestens vertraut sind. Auch bei einem Standortwechsel kann die Adresse blitzschnell ausgetauscht werden, ohne dass ein Grafikprogramm geöffnet werden muss. 

Schlechte Navigation

Besucher kommen sehr häufig direkt von den Suchmaschinen auf eine einzelne Seite. Auf einer gut gemachten Webseite sollte jederzeit klar sein wo man sich befindet, um was für eine Seite es sich handelt und wie man von dort zurück zur Startseite oder zu den anderen Bereichen der Webseite kommt. Mir begegnen immer noch häufig Webseiten bei denen es keine Hervorhebung der aktiven Menu und Kategorie-Punkte gibt. Dies zu machen ist nicht sehr schwer und gehört für mich zu den absoluten Basics der Benutzerführung. Zur besseren Orientierung der Besucher dienen auch ein Breadcrumb-Navigationspfad und eine Sitemap. 

iFrames

Eine Möglichkeit noch mehr Inhalte auf seine Website zu quetschen ist die Verwendung von kleinen Fenstern mit vertikalen Scrollbalken darin. Um den gesamten Text lesen zu können, muss der Benutzer nun die Scrollbalken mit der Maus ansteuern und vorsichtig nach unten ziehen. Oft gelingt dies jedoch nicht auf Anhieb und man fragt sich warum der Webdesigner nicht einfach von Vornherein auf solche Gimmicks verzichtet hat. 

Pop-Up-Fenster

Noch immer entscheiden sich Webdesigner dazu wichtige Inhalte von Websites in Pop-Up-Fenstern unterzubringen. Dies ist jedoch oft fatal, denn anstatt ständig neue Pop-Up-Fenster öffnen und schließen zu müssen, haben die Benutzer von heute es viel lieber, wenn Ihnen die Inhalte einer Website einfach und übersichtlich aufbereitet in einem einzigen HTML-Dokument präsentiert werden.

 Animierte Bilder oder Symbole

Oft wird versucht die Aufmerksamkeit der Benutzer zu gewinnen, indem man bestimmte Elemente mit Bewegung versieht. Animationen werden jedoch von vielen Benutzern als störend empfunden. Sie behindern beim Lesen und werden oft mit Werbung assoziiert. Deshalb setzt sich in den letzten Jahren zunehmend der Gedanke durch, den Benutzer eine Website selbst erkunden zu lassen und mit Qualität zu glänzen anstatt mit wilden Bewegungen um Aufmerksamkeit zu buhlen. 

Links, die ein neues Browser-Fenster öffnen

Viele Webdesigner erhoffen sich die Besucher länger auf ihrer Website halten zu können, indem sie Links verwenden, die ein neues Browser-Fenster öffnen. Es hilft jedoch niemandem, wenn sich jeder Link in einem neuen Fenster öffnet, da alle diese Fenster später auch wieder geschlossen werden wollen. Heutzutage öffnen sich Links daher standardmäßig in ein und demselben Fenster.

Foto: http://www.flickr.com/photos/photokraft/2725607150/